Sex & Porn – Trends aus Sicht der Bildzeitung

Wessen Geistes Kind die Bildzeitung ist und wofür sich der gemeine Bildleser zu interessieren scheint hat, zumindest wenn es nach der Bildzeitung geht, kann man dem Beitrag Welches Land sucht was? entnehmen. Sex und Porn regiert die Welt.

Sex and Porn Trends

Man kann sogar seinen Sprachschatz erweitern, ob “Boobs” oder “Rape” – es gibt gleich noch die passenden Übersetzungen dazu. Sage keiner, dass Bild nicht bildet. Anbei ein Link zum Spielen mit den Sexy Google Trends (sex, porn, porno, boobs, rape) aus deutschen Landen.

Update 23.11.2006: Was die Bildzeitung mit ihren Sex-Artikeln auszurichten vermag, das macht die you porn Story deutlich. Die beworbene Zielseite (youporn.com) brach unter dem Ansturm der Bildleser zusammen ;-)

Überraschung zum Muttertag

Google Trends eignet sich hervorragend zum Auffinden von Ereignissen in der Vergangenheit. Sicher sind den meisten Lesern schon Trendcharts vom Muttertag oder Mother’s Day über den Weg gelaufen. Insbesondere bei Feiertagen und ähnlichen terminlichen Fragen ist aufgrund der Such-Peaks das eigentliche Ereignisdatum sehr genau auszumachen.

Muttertag vs. Mother's Day

Dass man manchmal genauer hinschauen sollte, fiel mir beim Vergleich des englischen Begriffs Mother’s Day und dem deutschen Muttertag auf. Die entsprechenden Charts (mothers day, muttertag) zeigen das erwartete Muster, aber bei der blauen Kurve erscheint noch ein kleiner Peak vor dem eigentlichen Hauptausschlag.

Mother's Day unter der LupeZuerst dachte ich mir nicht viel dabei, doch dann überkam mich die Neugier und ich nahm den kleinen Ausreisser etwas näher unter die Lupe. Dabei fiel mir auf, dass die Kurve bei Einschränkung auf die USA den Mini-Peak nicht mehr aufwies. Schnell den Filter auf’s nächste Land gesetzt, United Kingdom, und die Sache war klar. Der maximale Peak lag hier an einer ganz anderen Stelle als bei den USA. Ein wenig Recherche im Wikipedia brachte es dann ans Licht – in England feiert man einen etwas anderen Muttertag, den sogenannten Mothering Sunday.

Dieser Feiertag hat andere Wurzeln als der ursprünglich von den USA ausgehende Mother’s Day. Der Mothering Sunday wird am vierten Sonntag der Fastenzeit gefeiert und kann zwischen dem 1. März und dem 4. April liegen. Unser Muttertag hingegen basiert auf den Bemühungen der Amerikanerin Anna Jarvis, die einen offiziellen Feiertag zu Ehren der Mütter durchsetzte und der normalerweise auf den zweiten Sonntag im Mai fällt.

Goleo go!

Das dümmlich grinsende WM Maskottchen Goleo hat seinem Hersteller kein Glück gebracht. Wahrscheinlich aufgrund zu niedriger Verkauszahlen und zu hoher Lizenzkosten hat der Goleo-Hersteller Nici AG aus dem oberfränkischen Altenkunstadt am 16. Mai 2006 beim Amtsgericht Coburg den Insolvenzantrag gestellt.

Ein Blick auf die Google Trend Charts zum Suchbegriff Goleo macht deutlich, dass es mit der Nachfrage nicht weit her sein konnte. Erst in der zweiten Aprilhälfte hat das Suchvolumen die kritische Marke erreicht, ab der Google Trends überhaupt Zahlen anzeigt.

Goleo Trend Chart

Meines Erachtens korrelieren Suchanfragen nach einem Produkt meist stark mit der Nachfrage nach diesem Produkt. Wer sich für ein Produkt interessiert, sucht auch danach. Einerseits um sich über Produkt-Details oder Darstellungen zu informieren, andererseits um den günstigsten Preis oder den besten Shop dafür zu finden.

Was mich im Zusammenhang mit der Kaufnachfrage auch bedenklich stimmt ist der extrem niedrige Anteil an englischen Suchanfragen. Im spanischen Sprachraum scheint der Name etwas besser angekommen zu sein, aber auch das sind noch keine vielversprechenden Anteile.

Doch nicht immer bedeuten hohe Suchvolumina auch hohe Nachfrage und Rückschlüsse anhand von Googles Trendcharts müssen auch viele Storfaktoren berücksichtigen. Das wird sich im Goleo-Fall wahrscheinlich mit dem nächsten Monatsupdate zeigen, denn dann ist aufgrund der Medien-Berichterstattung zur Firmen-Insolvenz mit einer erhohten Nachfrage ganz anderer Art zu rechnen ;-)

Randnotiz: Goleo ist ein Mischmasch aus dem englischen Wort Goal, dem spanischen Ausruf ole und dem Namen Leo für Lowe. Nicht jeder empfindet das als besonders kreativ.

Google Trends

Mit Google Trends hat der Suchmaschinen Gigant Google ein großartiges neues Tool herausgebracht, dass es jetzt dem Endnutzer ermoglicht, ähnlich dem schon länger existierenden Google Zeitgeist, Trends im Suchverhalten der User aufzudecken und zu visualisieren.

Technisch gesehen bestehen viele Parallelen zu Google Finance. Was dort die Aktienkurse und Volumina, sind bei Google Trends die Suchanfragen und das Newsaufkommen. Beiden Diensten gemein ist zudem das einflaggen relevanter Nachrichten in die Trendgrafik.

Den Anstoß für die Entwicklung von Google Trends gab der Google Mitarbeiter Douwe Osinga, der zur Zeit für das Google Research Center in der Schweiz tätig ist. Vielen Dank. Schon seit langem habe ich genau auf so etwas gewartet. Dieser neue Service ist einfach toll. Ich glaube, dass viele Menschen die Moglichkeiten noch nicht mal erahnen, die uns damit geboten werden.

Meinen ersten trendigen Beitrag gibt es übrigens hier.