Jahresendrallye in der Autoversicherung

Alle Jahre wieder starten die Autoversicherer zur Jahresendrallye um die Gunst der Versicherungskunden. Mit massivem Werbeaufwand und neuen Tarifen werden Deutschlands Autofahrer noch vorm Jahresende dazu animiert, ihre alte Autoversicherung zu wechseln. Denn bis zum 30. November jeden Jahres ist Wechselzeit. Bis dahin muss der Versicherte seine alte Versicherung gekündigt haben, um zum Jahreswechsel mit einer neuen KFZ Police bzw Gesellschaft starten zu können.

Wie extrem die saisonalen Schwankungen auf dem Autoversicherungsmarkt sind, lässt sich sehr schön anhand der Google Insights Statistiken erkennen. Typische Begriffe wie „Autoversicherung Vergleich“ oder „Autoversicherung berechnen“ sollen dabei die Nachfrage der deutschen Autofahrer symbolisieren.

Der Betrachter erkennt sofort, dass vor allem im Oktober und November ein enormer Zuwachs bei den versicherungsrelevanten Suchanfragen erfolgt. In dieser Zeit wird u.U. mehr Geschäft generiert als im Rest des Jahres.

Aber auch wenn es alle Jahre wieder diese Jahresendrallye in der Autoversicherung gibt, langweilig wird es eigentlich nie was die Suchbegriffe angeht. Dafür sorgt alleine schon Google mit seinem Feature Google Suggest. Noch während der Suchende seine Suchwörter eingibt, macht Google passende Vorschläge. Hier einmal am Beispiel der Eingabe „Autoversicherung“ zu sehen:

Viele Nutzer nehmen diese Vorschläge dankend an, treffen sie doch oft genau ihr Suchziel und sparen sie sich die Zeit zum Eintippen. Das ist zwar einerseits ein nettes Feature, nimmt aber andererseits auch Einfluss auf der Menschen Suchverhalten. Dazu ein aktuelles Beispiel. Die Suchkombination „Autoversicherung berechnen“ ist irgendwann im März 2011 von der vierten auf die dritte Position bei Google Suggest hochgerückt und hat damit deutlich an Suchvolumen gewonnen.

Im Beitrag über die Entwicklung der Google Trends für den Autoversicherungsvergleich kann man noch sehr schön die Verhältnisse von vor zwei Jahren begutachten. Durch diese Positionsverschiebungen passt sich auch das Suchverhalten der Menschen dem von Google an. Ob das immer so toll ist, wenn einem Suchmaschinen oder Computer das Denken abnehmen, das muss jeder für sich selber entscheiden. Mich persönlich beschleicht bei solchen Dingen der unterschwelligen Volksverführung immer ein mumliges Gefühl.

Bildrechte: © Autoversicherung Online, aufgenommen im Mercedes Benz Museum (Stuttgart).

Spenden Trends

Bekanntlich habe ich ein Faible für das Thema Altruismus, nicht umsonst habe ich mir vor nunmehr fast genau 6 Jahren die gleichnamige Domain dazu registriert. Ein heißes Thema im Umfeld des Altruismus betrifft die Bereitwilligkeit anderen zu helfen bzw. etwas zu spenden. Anlässlich der beiden Katastrophenfälle in Haiti und Pakistan kam ich daher auf die Idee, mir einmal die Spenden Trends für das Jahr 2010 etwas näher anzusehen. Die obige Grafik zeigt was vorgefallen ist.

Obwohl sicherlich tagtäglich kleine und größere Katastrophen passieren, schaffen es nur die allerwenigsten ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. Die Erdbebenkatastrophe in Haiti und die Flutkatastrophe in Pakistan waren die großen Ausnahmen. Hier haben die Medien ganze Arbeit geleistet und die Bevölkerung für Spenden mobilisieren können. Jetzt habe ich mir gedacht, es könne nicht schaden, sich auch die vorhergehenden Jahre in Bezug auf das Keyword Spenden etwas genauer anzuschauen. Und ehrlich gesagt, ich hatte mehr erwartet. Was die Anzahl auffälliger Spendenaktionen anbelangt. Ein Blick auf die letzten 6 Spendenjahre brachte das folgende Spenden Diagramm hervor.

Neben den zwei schon erwähnten Katastrophen und der allweihnachtlichen allgemeinen Spendenflut sind eigentlich nur noch die Erdbebenkatastrophe in Pakistan 2005 und der Tsunami Ende des Jahres 2004 spendentechnisch auffällig. Deutlich weniger Aktionen, als ich ursprünglich vermutet hatte.

Einkommenssteuer vs Einkommensteuer

Im aktuellen Duden wird zuerst der Begriff Einkommenssteuer gelistet, gefolgt von dem Hinweis auf die alternative fachsprachliche Bezeichnung Einkommensteuer. Gemäß Duden sind also beide Schreibweisen zulässig.

Laut Wikipedia versteht man unter der Einkommensteuer (Abkürzung: ESt) eine Steuer, die auf das Einkommen natürlicher Personen erhoben wird. Bemessungsgrundlage ist das zu versteuernde Einkommen. Die Rechtsgrundlage befindet sich im Einkommensteuergesetz (EStG).

Mogliche Erhebungsformen der Einkommensteuer sind die Lohnsteuer, die Kapitalertragsteuer, die Bauabzugsteuer und die Aufsichtsratsteuer. Sie werden auch als „Quellensteuern“ bezeichnet, da sie direkt an der Quelle abgezogen werden.

Dem Wikipedia Eintrag kann man auch den Hinweis entnehmen, dass die Variante mit zwei s in der offiziellen Recht(s)sprache nicht verwendet wird. Interessant ist es nun zu sehen, wie sich das auf die Suchanfragen in Google auswirkt.

Einkommenssteuer Trends
Google Trends Anfrage für Einkommenssteuer vs Einkommensteuer

Der Kurvenverlauf zeigt im Wesentlichen zwei Anstiege bei der Nachfrage, einmal zum Jahreswechsel und einmal zum 31. Mai (offiz. Abgabetermin) hin, der 30. September (bei Abgabe über einen Steuerberater) fällt hingegen nicht auf. Glaubt man den Zahlen von Google Trends, dann sucht die deutsche Bevolkerung ca. 40% seltener nach Einkommenssteuer als nach Einkommensteuer. Witzig, ich frage mich jetzt, warum der Duden dann nicht die geläufigere Variante als Erstes listet.

Lokale Einkommenssteuer Verteilung

Beim Blick auf den regionalen Part der Trendcharts ergibt sich eine kleine Überraschung. Zwar suchen in den großen Städten München, Hamburg und Berlin anteilig die meisten Menschen mit der Schreibweise Einkommenssteuer (blauer Balken), aber zum Osten Deutschlands hin scheinen sich die Verhältnisse der beiden Schreibweisen zu verschieben. In Halle liegen beide Schreibweisen gleich auf, in Dresden und Leipzig überwiegt sogar die Variante mit dem doppelten s.

Anscheinend ist der Osten Deutschlands noch nicht lange genug dem typischen Behorden-Deutsch ausgeliefert gewesen, aber ich rechne auch hier mit wenig Widerstand und baldigen Anpassungen 😉

Dieser Beitrag greift einen Kommentar von Robert Hartl auf, in welchem er auf das obige Wortpaar hinwies.

Brittany Spears oder Britney Spear?

Fast genau so interessant und durcheinander wie Britney Spears Leben ist die Namens-Vielfalt bei Suchanfragen in Google &Co. Vor längerer Zeit hat Google dazu einmal eine Britney Spears Korrekturliste herausgebracht. Die Top 10 der Britney Falsch-Schreibweisen sieht demnach so aus:

  1. 40134 brittany spears
  2. 36315 brittney spears
  3. 24342 britany spears
  4. 7331 britny spears
  5. 6633 briteny spears
  6. 2696 britteny spears
  7. 1807 briney spears
  8. 1635 brittny spears
  9. 1479 brintey spears
  10. 1479 britanny spears

Mehr als nur eine Kleinigkeit, was sich da angesammelt hat. Während der Name 488941 korrekt gesucht wurde, bringen es die ersten 10 Fälschungen immerhin auch noch mal auf rund 123000 Anfragen. Eine hohe Fehlschreibquote. Und da sind noch nicht mal alle Moglichkeiten dabei. Zwar hat Google die absoluten Top Hits wie Brittany Spears, Brittney Spears und Britany Spears in seiner Liste aufgeführt, es wurde jedoch nur nach dem Vornamen variiert.

Man kann aber noch einiges mehr falsch machen beim Namen. Zum Beispiel ihn als britneyspears zusammen schreiben, einen Buchstaben beim Nachnamen vergessen (Britney Spear oder Spers) oder auf klangliche Nachbarn wie Speers und Spiers setzen.

Ein schones Mittel um den Verlauf und die Relation von Suchanfragen abzuschätzen ist Google Trends. Brav im Gleichtakt sieht man Brittany, Brittney und Britany voranschreiten. Zwar geht auch hier die Nachfrage stetig zurück, genau wie beim Original, aber das Verhältnis von richtiger und falscher Schreibweise wird sich wohl nie ändern 🙂

Britney Spears Schreibfehler
Britneyspears, Brittany Spears, Britney Spear, Brittney Spears, Britany Spears