KFZ Versicherung

Vor einigen Wochen habe ich die Google Trends rund um den Suchbegriff „KFZ-Versicherung“ im KFZ-Blog abgehandelt. Da diese Wortkombination aber auch sehr gut in den Kontext des eTrend-Blogs passt, bin ich so frei und verfrachte einen Großteil des Inhalts hier hin. 

KFZ Versicherung im Trend

Anhand der unterschiedlichen Farben sehen wir sehr deutlich den Verlauf der Suchanfragen für die Begriffe “Kfz Versicherung”, “Kfz-Versicherung”, “Kfzversicherung” und “Kfz Versicherungsvergleich”. Neben der Reihenfolge der Begriffe ist vor allem der Kurvenverlauf im Oktober und November eines jeden Jahres aufschlussreich. Die Suchen schnellen im Oktober deutlich nach oben und erreichen im November das 4-5 fache der üblichen Suchanfragen.

Das geschulte Auge erkennt sofort die dahinterliegende Regelmäßigkeit. Fragt sich nur, was der Ausloser ist. Nun, die Antwort ist ganz einfach, die Wechselfrist in der KFZ Versicherung endet am 30. November. Die Autofahrer müssen also zusehen, rechtzeitig zum Termin eine günstigere Versicherung gefunden zu haben, ansonsten dürfen sie ein Jahr länger auf ihrer alten Police sitzen bleiben.

Es gibt auch Ausnahmen wie eine Beitragserhohung oder ein Schadensfall, dann erhält man ein außerordentliches Kündigungsrecht und kann außerhalb der Fristen wechseln. Das scheint dem Verlauf der Kurve nach zu urteilen aber deutlich seltener in Anspruch genommen zu werden.

Rechtschreibreform

Heute (1.08.2006) tritt die Reform der Rechtschreibreform in Kraft. Die vor über 10 Jahren angezettelte Reform, deren erste Instanz vor genau 8 Jahren für die beteiligten Länder Deutschland, Österreich und Schweiz verbindlich eingeführt wurde, gibt uns ab heute den Rest. Na gut, außerhalb von Schulen und Behorden ist die Neuregelung der Rechtschreibung für niemanden verbindlich. Und das ist gut so.

Rechtschreibreform

Es dürfte spannend sein, die weitere Entwicklung der Suchanfragen für die Rechtschreibreform zu beobachten, sicherlich wird auch dieser finale Reformschritt wieder auf reichlich Kritik und diskussionswillige Streiter treffen und für noch ein bisschen mehr Verwirrung sorgen.

Schade, dass die Google Trends nicht 10 Jahre zurück reichen, dann konnte man sicher sehr gut die ganzen Zwischenschritte, die heißen Debatten und das Suchinteresse rund um die Reform anhand der Peaks erkennen. Aber selbst wenn Google wollte, die Suchmaschine ist gar nicht alt genug dafür.

Auf jeden Fall haben zehn Jahre Rechtschreibreform nicht für weniger Fehler und Probleme im Umgang mit der deutschen Rechtschreibung gesorgt, sondern ganz im Gegenteil, eine Studie aus dem Jahre 2004 zeigt eindeutig erhohte Fehlerraten bei den Schülern auf.

Rechtsschutz oder Rechtschutz

Rechtsschutz oder Rechtschutz, das ist hier die Frage

Im Duell Rechtsschutz versus Rechtschutz hat der erste Begriff aus vielerlei Gründen die Nase vorn. Erstens erkennt der Duden nur die Schreibung Rechtsschutz mit zwei s als korrekt an, zweitens finden sich im Google Index 5 Millionen Seiten mit der Doppel-s Schreibweise und nur 2 Millionen mit einfachem s und drittens suchen die Bürger mit Variante 1 rund doppelt so oft als mit Variante 2, wie die Google Trends (Rechtsschutz + Rechtschutz) anschaulich beweisen.

Rechtsschutz vs. Rechtschutz

Zudem wird dem aufmerksamen Besucher moglicherweise aufgefallen sein, dass im News-Bereich lediglich eine blaue Linie ihre Kurven zieht, was zeigt, dass Nachrichtenmagazine und Medien sich vorbildlich an die Rechtschreibregeln halten. Und dennoch, es ist schon ungewohnlich in welchem Ausmaß die falsche Schreibweise „Rechtschutz“ Einzug in die deutsche Sprache gehalten hat. Typische Fehlerquoten liegen eher bei 1%, in Sonderfällen wie der Suchmaschiene auch mal bei 10% oder knapp darüber, aber jenseits der 30% wird die Luft schon echt dünn.

Einen interessanten Nutzen bietet die Kenntnis dieser Dinge natürlich im Werbe-Umfeld. So macht es durchaus Sinn, seine Webseiten nach den nicht so ganz korrekten Wortern auszurichten und seinen Kunden auch mal eine Rechtschutzversicherung oder einen Rechtschutz anzubieten. Insbesondere wenn diese zuvor genau nach diesen Begriffen gesucht haben 😉

Es gibt natürlich auch Worter, die dürfen in verschiedenen Formen genutzt werde, der Duden akzeptiert z. B. sowohl „selbstständig“ als auch „selbständig“ als korrekte Schreibweisen. Ein Blick in die Trendcharts (selbständig+selbstständig) zeigt deutlich, dass sich beide Begriffe auch in der Gunst der Suchenden ein echtes Kopf an Kopf Rennen liefern.

Arbeitsamt vs. Arbeitsagentur

Vor rund 2,5 Jahren (1.1.2004) wurde aus dem Arbeitsamt die Arbeitsagentur. Seitdem hat sich einiges geändert. Nicht nur der Name, auch das Logo wurde ausgetauscht, eine neue Arbeitsagentur Webpräsenz aufgesetzt und neue Software auf das arbeitslose Volk losgelassen. Last but not least wurde noch die Arbeit fleißig verteilt, ich konnte nur noch nicht genau feststellen, wohin 😉

Auf jeden Fall sollte es interessant sein zu beobachten, wie sich der Namenswechsel auf das Suchverhalten der Bürger ausgewirkt hat. Anbei die Google Trends zum Kampf Arbeitsamt vs Arbeitsagentur.

Arbeitsamt versus Arbeitsagentur

Wie nicht anders zu erwarten, ging es mit dem Arbeitsamt im Laufe der Jahre abwärts. Dennoch schlägt sich das Arbeitsamt auch heute noch wacker gegen die Arbeitsagentur, die Agentur für Arbeit und die Bundesagentur für Arbeit. Wenn man einmal das News-Aufkommen in der obigen Grafik betrachtet, so erkennt man die Dominanz der grünen Kurve, d.h. in den Medien hat der Begriff „Bundesagentur für Arbeit“ eindeutig das Rennen gemacht. In der Gunst der Bürger sieht die Sache aber anders aus, wie der Dreikampf Arbeitsagentur, Agentur für Arbeit, Bundesagentur für Arbeit deutlich machen sollte.

Arbeitsagentur und Co.

  1. Arbeitsagentur
  2. Agentur für Agentur
  3. Bundesagentur für Arbeit

Somit zeigt sich mal wieder der typische Hang hin zu arbeitsschonenden Suchbegriffen, je weniger Buchstaben und Worter eingetippt werden müssen, um so schneller und bequemer kommt der Suchende voran. Zum Abschluss noch eine kleine Keyword-Statistik auf Basis der Overture Suggestions vom Mai 2006, anhand der sich die Häufigkeitsverteilung einer lokalen Suchkombination am Beispiel München im Detail verfolgen lässt.

    • 1163 Arbeitsamt München
    • 251 Arbeitsagentur München
    • 186 Agentur für Arbeit München
    • 61 Bundesagentur für Arbeit München

Es zeigt sich also sowohl im Generellen als auch Lokalen, noch ist es das Arbeitsamt, das in den Kopfen der Bürger für Arbeit sorgt. Und das gilt sicher auch noch für die nächsten Jahre.

Update 5.08.2006: Aus aktuellem Anlass hier noch ein Hinweis auf die Entwicklung bei der Sichtbarkeit in Suchmaschinen von unserer Arbeitsagentur im Rahmen des AntiSeo-Awards.

Diät und Abnehmen

Diät + Abnehmen im Trend

Begriffe wie Diät und Abnehmen weisen einen Trend auf, anscheinend sogar einen leicht abnehmenden Trend. Das betrifft sowohl den Gesamtverlauf als auch das Verhalten innerhalb eines Jahres. Mit guten Vorsätzen für’s Neue Jahr geht’s los, direkt zum Jahreswechsel steigen die Suchen nach Begriffen wie Diät und Abnehmen stark an, doch bald darauf geht es auch schon wieder abwärts.

Kleine Zwischenhochs bringen die Fastenzeit und Ostern zustande, während der Sommerzeit geht es sogar wieder leicht aufwärts, aber zum Ende des Jahres hin geht es klar abwärts. Die Motivation Abzunehmen bzw zu Diäten ist während der Weihnachtszeit dann ganz im Keller, noch einmal läßt Mann/Frau es sich richtig gut gehen und verdrängt Gesundheitswahn und Winterspeck.

Über die Jahre betrachtet nimmt das Suchvolumen für den Begriff „Abnehmen“ ab und beim Begriff „Diät“ scheint Stagnation angesagt. Wohl moglich, dass das auf einen Wandel hin zu gesünderer Ernährung anstatt zu weniger Nahrung hindeutet, vielleicht sind wir aber auch einfach nur bequemer und unkritischer geworden, was überflüssige Pfunde angeht.

Sex & Porn – Trends aus Sicht der Bildzeitung

Wessen Geistes Kind die Bildzeitung ist und wofür sich der gemeine Bildleser zu interessieren scheint hat, zumindest wenn es nach der Bildzeitung geht, kann man dem Beitrag Welches Land sucht was? entnehmen. Sex und Porn regiert die Welt.

Sex and Porn Trends

Man kann sogar seinen Sprachschatz erweitern, ob „Boobs“ oder „Rape“ – es gibt gleich noch die passenden Übersetzungen dazu. Sage keiner, dass Bild nicht bildet. Anbei ein Link zum Spielen mit den Sexy Google Trends (sex, porn, porno, boobs, rape) aus deutschen Landen.

Update 23.11.2006: Was die Bildzeitung mit ihren Sex-Artikeln auszurichten vermag, das macht die you porn Story deutlich. Die beworbene Zielseite (youporn.com) brach unter dem Ansturm der Bildleser zusammen 😉

Überraschung zum Muttertag

Google Trends eignet sich hervorragend zum Auffinden von Ereignissen in der Vergangenheit. Sicher sind den meisten Lesern schon Trendcharts vom Muttertag oder Mother’s Day über den Weg gelaufen. Insbesondere bei Feiertagen und ähnlichen terminlichen Fragen ist aufgrund der Such-Peaks das eigentliche Ereignisdatum sehr genau auszumachen.

Muttertag vs. Mother's Day

Dass man manchmal genauer hinschauen sollte, fiel mir beim Vergleich des englischen Begriffs Mother’s Day und dem deutschen Muttertag auf. Die entsprechenden Charts (mothers day, muttertag) zeigen das erwartete Muster, aber bei der blauen Kurve erscheint noch ein kleiner Peak vor dem eigentlichen Hauptausschlag.

Mother's Day unter der LupeZuerst dachte ich mir nicht viel dabei, doch dann überkam mich die Neugier und ich nahm den kleinen Ausreisser etwas näher unter die Lupe. Dabei fiel mir auf, dass die Kurve bei Einschränkung auf die USA den Mini-Peak nicht mehr aufwies. Schnell den Filter auf’s nächste Land gesetzt, United Kingdom, und die Sache war klar. Der maximale Peak lag hier an einer ganz anderen Stelle als bei den USA. Ein wenig Recherche im Wikipedia brachte es dann ans Licht – in England feiert man einen etwas anderen Muttertag, den sogenannten Mothering Sunday.

Dieser Feiertag hat andere Wurzeln als der ursprünglich von den USA ausgehende Mother’s Day. Der Mothering Sunday wird am vierten Sonntag der Fastenzeit gefeiert und kann zwischen dem 1. März und dem 4. April liegen. Unser Muttertag hingegen basiert auf den Bemühungen der Amerikanerin Anna Jarvis, die einen offiziellen Feiertag zu Ehren der Mütter durchsetzte und der normalerweise auf den zweiten Sonntag im Mai fällt.

Goleo go!

Das dümmlich grinsende WM Maskottchen Goleo hat seinem Hersteller kein Glück gebracht. Wahrscheinlich aufgrund zu niedriger Verkauszahlen und zu hoher Lizenzkosten hat der Goleo-Hersteller Nici AG aus dem oberfränkischen Altenkunstadt am 16. Mai 2006 beim Amtsgericht Coburg den Insolvenzantrag gestellt.

Ein Blick auf die Google Trend Charts zum Suchbegriff Goleo macht deutlich, dass es mit der Nachfrage nicht weit her sein konnte. Erst in der zweiten Aprilhälfte hat das Suchvolumen die kritische Marke erreicht, ab der Google Trends überhaupt Zahlen anzeigt.

Goleo Trend Chart

Meines Erachtens korrelieren Suchanfragen nach einem Produkt meist stark mit der Nachfrage nach diesem Produkt. Wer sich für ein Produkt interessiert, sucht auch danach. Einerseits um sich über Produkt-Details oder Darstellungen zu informieren, andererseits um den günstigsten Preis oder den besten Shop dafür zu finden.

Was mich im Zusammenhang mit der Kaufnachfrage auch bedenklich stimmt ist der extrem niedrige Anteil an englischen Suchanfragen. Im spanischen Sprachraum scheint der Name etwas besser angekommen zu sein, aber auch das sind noch keine vielversprechenden Anteile.

Doch nicht immer bedeuten hohe Suchvolumina auch hohe Nachfrage und Rückschlüsse anhand von Googles Trendcharts müssen auch viele Storfaktoren berücksichtigen. Das wird sich im Goleo-Fall wahrscheinlich mit dem nächsten Monatsupdate zeigen, denn dann ist aufgrund der Medien-Berichterstattung zur Firmen-Insolvenz mit einer erhohten Nachfrage ganz anderer Art zu rechnen 😉

Randnotiz: Goleo ist ein Mischmasch aus dem englischen Wort Goal, dem spanischen Ausruf ole und dem Namen Leo für Lowe. Nicht jeder empfindet das als besonders kreativ.

Google Trends

Mit Google Trends hat der Suchmaschinen Gigant Google ein großartiges neues Tool herausgebracht, dass es jetzt dem Endnutzer ermoglicht, ähnlich dem schon länger existierenden Google Zeitgeist, Trends im Suchverhalten der User aufzudecken und zu visualisieren.

Technisch gesehen bestehen viele Parallelen zu Google Finance. Was dort die Aktienkurse und Volumina, sind bei Google Trends die Suchanfragen und das Newsaufkommen. Beiden Diensten gemein ist zudem das einflaggen relevanter Nachrichten in die Trendgrafik.

Den Anstoß für die Entwicklung von Google Trends gab der Google Mitarbeiter Douwe Osinga, der zur Zeit für das Google Research Center in der Schweiz tätig ist. Vielen Dank. Schon seit langem habe ich genau auf so etwas gewartet. Dieser neue Service ist einfach toll. Ich glaube, dass viele Menschen die Moglichkeiten noch nicht mal erahnen, die uns damit geboten werden.

Meinen ersten trendigen Beitrag gibt es übrigens hier.